Meldung


17
Aug
2010

17.08.2010
Neue Forschungsbohrung auf Halbinsel Eiderstedt
Das Leibniz-Institut f&auuml;r Angewandte Geophysik (LIAG) will beim Örtchen Welt bei Garding, Halbinsel Eiderstedt, Nordfriesland, zur Erforschung der Sedimente aus dem Quartär eine Tiefbohrung durchführen.

Das LIAG schreibt in seiner Pressemitteilung:

Neue Forschungsbohrung auf Nordsee-Halbinsel Eiderstedt

Klimageschichte des Nordens wird in Garding ans Licht geholt

Forschungsmittel für eine maximal 350 m tiefe Bohrung wurden einem Geowissenschaftler-Team aus den Universitäten Mainz und Lüneburg, der Abteilung Geologie im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), Flintbek, sowie dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG), Hannover, zugesprochen.

Nahe der Ortschaft Garding soll die Bohrung umfangreiches Probenmaterial gewinnen, aus dem die Klimageschichte bis 500.000 Jahre zurück abgelesen werden kann. Nach der Bewilligung des Forschungsvorhabens in 2007 und umfangreichen Vorerkundungen hat das Projekt jetzt seine Bohrreife erreicht. Im August und September 2008 waren Seismikmessungen und eine Hubschrauberbefliegung mit einem elektromagnetischen Meßgerät erfolgt. Eine 36 m tiefe Vorbohrung des LLUR schloß sich an. Die gut einjährige Auswertephase der Messungen hat jetzt exzellente Vorkenntnisse über den Untergrund erbracht, die für die genaue Bohrungsplanung unverzichtbar sind.

Die Wissenschaftler erhoffen sich von der Bohrung, die noch in diesem Jahr starten könnte, ein nahezu lückenloses Übereinander von Schichten vergangener Kalt- und Warmzeiten. Das kontinuierliche Absinken des Gebietes in der geologischen Vergangenheit hat dazu geführt, daß fast alle Schichten, die abgelagert wurden auch erhalten geblieben sind und durch die Bohrung zu Tage gefördert werden können. Die in den Schichten enthaltenen Strukturen und Fossilien werden von den Wissenschaftlern wie ein Geschichtsbuch gelesen, wobei jede Schicht quasi eine neue Seite aufschlägt. Insbesondere die Übergänge von Kaltzeiten in Warmzeiten und von Warmzeiten in Kaltzeiten sind von Interesse. Kommt eine Eiszeit schnell oder kündigt sie sich lange vorher an? Wie warm kann es wohl in der letzten Warmzeit gewesen sein? War es warm-feucht oder trocken-heiß? Dahinter steht natürlich die Frage, wie unser heutiges Klima in langfristigen Zusammenhängen einzuschätzen ist und wie sich zukünftige Klimaveränderungen auf die küstennahe Region auswirken werden. Nach erfolgreichem Abschluß der Bohrarbeiten ist eine wissenschaftliche Auswertung und Interpretation mit Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft vorgesehen.

Seine Besonderheit verdankt der Bohrplatz Garding dem großen Salzstock Oldensworth in seiner Nachbarschaft. Er ist der Grund, warum der Raum Garding in den letzten Millionen Jahren kontinuierlich absinken mußßte und zum Sammelbecken für Sedimente der Warm- und Kaltzeiten wurde. Salzgestein, kilometertief unter Garding, hatte sich unter dem hohen Druck der darüber liegenden Gesteine langsam fließend in Richtung Oldensworth in Bewegung gesetzt und ist dort im Salzstock aufgestiegen. Es fehlte dann unter Garding. Dies führte zum kontinuierlichen Nachsacken der über dem Salz liegenden Schichten in Garding.

Die so entstehende Vertiefung an der Erdoberfläche wurde zeitweise als See und dann mit See-Sedimenten, mal mit Nordseeschlick oder mit Gletscherablagerungen gefüllt. Alles blieb als Sediment erhalten. Diese Senkungsstruktur nennen die Geologen Salzstock-Randsenke. Der Salzstock Oldensworth ist einer der großen Salzstöcke in Deutschland. Seine Randsenke hält mit Abstand den Tiefenrekord, was seismische Messungen beweisen. Nirgendwo in Deutschland kann man ein vollständigeres Bohrprofil erhoffen, woraus sich die wissenschaftliche Einmaligkeit der Lokation definiert.

Die Bohrung ist im Zusammenhang mit einem Nord-Süd-Schnitt vom Mittelmeer bis zur Nordsee zu sehen, der im Rahmen eines Forschungsschwerpunkts „Terrestrische Sedimentsysteme” des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik aus verschiedenen neuen Bohrungen zusammengestellt wird. Bohrungen im Mittelmeer, bei Heidelberg, bei Bonn und schließlich auch in Garding sind Bausteine dieses Schnittes. Immer stehen ein vertieftes Verständnis der Klimaentwicklung und die vorab unverzichtbare Altersdatierung der Schichten im Zentrum der Forschungsfragestellungen.

Die Bohrung soll Ende 2010 / Anfang 2011 begonnen werden, die Bohrarbeiten werden von einem fahrbaren Bohrgerät (LKW) aus durchgeführt und dauern ca. 4 bis 8 Wochen. Nachdem das Bohrkernmaterial geborgen ist, werden wenige Tage lang bohrlochgeophysikalische Messungen im Bohrloch gemacht, anschließend wird das Bohrloch dicht verfüllt. Alle Maßnahmen im Zusammenhang mit dieser Forschungsbohrung erfolgen rücksichtsvoll und in frühzeitiger und enger Absprache mit Naturschutzbehörden und Interessenträgern. Die interessierte Öffentlichkeit wird kontinuierlich über Arbeitsfortschritte und Zwischenergebnisse unterrichtet.

Eine erste Informationsveranstaltung findet am Dienstag, den 31.8.2010 um 19 Uhr statt. Ort: Dreilandenhalle, Graureiherweg 11, 25836 Garding

Die Wissenschaftlergruppe hofft auf eine positive Resonanz und Unterstützung ihrer Forschungsarbeiten und dankt für die freundliche Offenheit und das Interesse, die ihnen bei den Vorerkundungsarbeiten entgegengebracht wurde.

Aufgrund der verständlichen und bekannten Sensibilität zum Thema CO₂-Verpressung erläutert LIAG an dieser Stelle, daß die Bohrung ausschließlich der Erkundung der Sedimentations-und Klimageschichte sowie der Weiterentwicklung geophysikalischer Meßverfahren dient. Das Thema CO₂-Verpressung spielt keine Rolle – dafür wäre die geplante Bohrtiefe von 350 m auch viel zu gering, denn aus physikalischen Gründen erreicht CO₂-Gas erst in ca. 800 m Tiefe eine Dichte, die ein Verpressen technisch praktikabel erscheinen läßt.


externer Link Quelle (externer Link) (1767)

Vorherige Meldung Nächste Meldung 

Zurück zur Startseite

Meldungen mit verwandten Inhalten


29
Nov
2012

29.11.2012
Offener Brief von 125 Wissenschaftlern an UN: Wissenschaft stützt nicht die Klima-Behauptungen des UN-Generalsekretärs
Weiter lesen... (2461)


23
Mai
2012

23.05.2012
Klimarealismus: Die Politiker in den USA, Kanada und Japan haben sich in aller Stille von der Beschränkung der CO₂-Emissionen verabschiedet
Weiter lesen... (2376)


10
Apr
2012

10.04.2012
49 ehemalige NASA-Wissenschaftler und Astronauten wenden sich gegen die einseitige Öffentlichkeitsarbeit der NASA zum Klima
Weiter lesen... (2308)


05
Apr
2012

05.04.2012
Intakte Eisbär-Population widerlegt alarmistische Behauptungen
Weiter lesen... (2300)


04
Apr
2012

04.04.2012
Studie bestätigt signifikante Abnahme der Wolken über China zwischen 1954 und 2005
Weiter lesen... (2299)


29
Feb
2012

29.02.2012
GISS räumt endlich signifikante Rolle der Sonne für Klima ein
Weiter lesen... (2244)


04
Jan
2012

04.01.2012
Hai-Hybride vor Australien – Medien konstruieren Verbindung zu „globaler Erwärmung“
Weiter lesen... (2122)


03
Aug
2011

03.08.2011
Es gibt keine Todesspirale des arktischen Meereises
Weiter lesen... (1856)


16
Jul
2011

16.07.2011
Der zusammengebastelte „Konsens“
Weiter lesen... (1817)


25
Mai
2011

25.05.2011
Hypothese über Beendigung der Schneeball-Phase durch Methan ist widerlegt
Weiter lesen... (1754)


07
Mai
2011

07.05.2011
NOAA: Tornados haben keine Verbindung zum „Klimawandel“
Weiter lesen... (1723)


15
Apr
2011

15.04.2011
Klimaforschungsbohrung auf Eiderstedt ist fertig
Weiter lesen... (1766)


16
Jan
2011

16.01.2011
Duell der Hypothesen – Unschärfen in Trenberths Vortrag
Weiter lesen... (1520)


22
Nov
2010

22.11.2010
Nicht das Klima, sondern das Meinungsklima ändert sich in Europa
Weiter lesen... (1406)


25
Sep
2010

25.09.2010
Von-Storch-Studie belegt, daß es keinen Konsens gibt
Weiter lesen... (1335)


08
Sep
2010

08.09.2010
Studie: „Es gibt ein Plateau in der Entwicklung unserer Fähigkeiten, Saison-Vorhersagen zu machen”
Weiter lesen... (1310)


03
Sep
2010

03.09.2010
Der Gebrauch von unwissenschaftlicher Literatur durch das IPCC reicht weit zurück
Weiter lesen... (1305)


30
Jul
2010

30.07.2010
Eiskernbohrung in Grönland erreicht Felsbett
Weiter lesen... (1273)


11
Mär
2010

11.03.2010
Das Institute of Physics wehrt sich gegen die Kritik an seiner Stellungnahme zur ClimateGate-Untersuchung
Weiter lesen... (885)


05
Mär
2010

05.03.2010
Schweden bezichtigen Phil Jones der Falschaussage
Weiter lesen... (866)


01
Mär
2010

01.03.2010
Auch die Royal Statistical Society spricht sich für Datenherausgabe aus
Weiter lesen... (854)


26
Feb
2010

26.02.2010
Steve McIntyre nimmt gegenüber dem britischen Ausschuß Stellung
Weiter lesen... (871)


10
Feb
2010

10.02.2010
Klima-Götterdämmerung
Weiter lesen... (787)


14
Jan
2010

14.01.2010
ClimateGate: Hansen weist Manipulationsvorwürfe zurück
Weiter lesen... (694)


20
Dez
2009

20.12.2009
ClimateGate: Eine klimatologische Verschwörung?
Weiter lesen... (656)


21
Nov
2009

21.11.2009
ClimateGate: CRU-E-Mail kann jetzt durchsucht werden – Briffa schreibt über Manipulation
Weiter lesen... (574)


16
Okt
2007

16.10.2007
Staatsklimatologe von Oregon widerspricht der Klima-Orthodoxie – und verliert seine Stellung
Weiter lesen... (1123)

04
Dez
2006

Gefunden auf Sciencebits:


04.12.2006
Climate Sensitivity - an interesting IPCC bias
Weiter lesen... (2174)

 


Valid HTML 4.01 Transitional

free counters

Zurück zur Startseite

Letzte Aktualisierung: 15.01.2013