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17
Mai
2009

17.05.2009
Die Bedeutung der indonesischen Ozeanpassage für das Klima
Vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel (IFM-GEOMAR) wird eine neue Studie verbreitet, die auf die weitreichende Bedeutung der sich verändernden Meeresströmungen in der indonesischen Passgae hinweist.

Die Pressemitteilung des IFM-GEOMAR:

Zünglein an der Waage

– Neue Studie zur klimatischen Bedeutung der indonesischen Ozeanpassage –

Die Klimageschichte der Erde birgt immer noch viele Rätsel. Dazu gehört der Umschlag von einem warmen Klima zu eiszeitlichen Bedingungen im mittleren Pliozäns, etwa 3,5-2,5 Millionen Jahren vor heute. Untersuchungen deutscher und indischer Meereswissenschaftler zeigen, daß veränderte Strömungsbedingungen im indonesischen Archipel zwischen dem Indischen und Pazifischen Ozean einen entscheidenden Beitrag geleistet haben. Die Studie erscheint am 18. Mai vorab in der Online-Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift Nature Geoscience.

Die Steuerungsmechanismen, die im mittleren Pliozän den starken Klimawechsel von einem „Treibhaus“ zu einer „Eishaus-Welt“ verursacht haben, werden immer noch höchst kontrovers diskutiert. Zu dieser Zeit haben sich die ausgedehnten kontinentalen Eisschilde in den hohen nördlichen Breiten gebildet. Manche Vorstellungen gehen davon aus, daß die Schließung des Seeweges von Panama die Vereisung der nördlichen Hemisphäre entscheidend vorbereitet hat. Ein internationales Forscherteam aus Deutschland und Indien unter der Leitung des IFM-GEOMAR, Kiel, fand nun überzeugende Beweise, dass sich der Durchstrom durch die indonesische Ozeanpassage in diesem Zeitraum erheblich verändert hat, mit deutlichen Auswirkungen auf das globale Klima.

Geochemische Untersuchungen an Mikrofossilien aus Sedimentablagerungen des östlichen Indischen Ozeans zeigen, daß insbesondere der tiefere Durchstrom (in ca. 300-400 Metern Tiefe) von vormals warmen und salzreichen südpazifischen Wassermassen weitestgehend durch kältere und weniger saline Wassermassen aus dem Nordpazifik ersetzt wurde. Modellsimulationen unterstützen dieses Ergebnis. Sie zeigen, daß die Einengung der indonesischen Ozeanpassage möglicherweise weitreichende Auswirkungen auf das globale Klima gehabt haben könnte. Die indonesische Ozeanpassage gehört damit zu den Schlüsselstellen der globalen Ozeanzirkulation. Sie verbindet zwei bedeutende Ozeanbecken miteinander, über die große Mengen von Wärme aus dem Pazifik in den Indischen Ozean transportiert werden.

„Mit der plattentektonischen Neukonstellation im Indonesischen Inselarchipel haben sich die Strömungsmuster erheblich verändert“, erläutert der Diplom-Geologe Cyrus Karas, Erstautor der Studie. „Die Veränderung des Indonesischen Durchstroms führte nicht nur zu einer dramatischen Abkühlung von etwa 4 °C im tieferen Niveau des tropischen Indischen Ozeans, sondern trug in einigen Auftriebsgebieten auch zu einer deutlichen Oberflächenabkühlung bei“, so PD Dr. Dirk Nürnberg, Projektleiter und Co-Autor der Studie.

Die dramatische Abkühlung der tieferen Wassermassen des östlichen Indischen Ozeans setzte sich sehr wahrscheinlich weit bis in den westlichen Indischen Ozean fort und wurde über den Agulhas Strom weiter in Richtung Südatlantik geleitet. Durch Auftriebsprozesse vor Südwestafrika und Somalia konnte das kalte Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche gelangen. Die damit verbundene Abkühlung im westlichen Indischen Ozean könnte zu reduzierter Verdunstung und somit zu trockeneren Bedingungen in Ostafrika geführt haben. Solche dramatischen Effekte könnten selbst die Evolutionsgeschichte des Menschen beeinflußt haben.

Bemerkenswert ist die Feststellung am Beginn der Pressemitteilung: „Die Klimageschichte der Erde birgt immer noch viele Rätsel.“ Dieses umfassende Nicht-Wissen hindert die AGW-Anhänger und Alarmisten aber nicht daran, ihre „Ergebnisse“ (besonders aus zurechtgebastelten Computer-Klimamodellen) als unumstößlich und feststehend zu bezeichnen.

Wichtig ist auch der Hinweis, daß Ozeanströmungen einen sehr wichtigen Einfluß auf das Weltklima haben. So ist es mindestens ebenso plausibel wie die anfechtbaren Treibhausgas-Hypothesen, daß zyklische Veränderungen in Pazifik und Atlantik zu der Erärmungsepisode zwischen 1975 und 2000 geführt haben. Dieser Ansatz bietet auch eine elegante Erklärung dafür, daß die seit 2000 rasant weiter steigenden CO₂-Emissionen keine weitere Erwärmung produziert haben – CO₂-Emssionen haben mit der Erdtemperatur einfach nichts (wesentliches) zu tun.
externer Link Quelle (externer Link) (1986)

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